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3 Tage Ligurien... 2 Freunde... und 1 Ziel :|: Landschaftsfotografie roh und ungeschliffen!

November 15, 2014

 

...mein Handy klingelt. Es geht los! Die wochenlange Vorfreude hat also ein Ende! Ich bin gespannt...Rucksack geschultert, einen letzten Blick zurück in die Wohnung ... AUF GEHT'S!!

 

Seit 3 Jahren hing ich nun an der Weiterbildung... Samstag für Samstag hiess es büffeln, während draussen geilstes Wetter anstand. Weder Zeit für die Familie, noch um gross der Fotografie nachzugehen. Nun war es endlich soweit! Schule feddisch, Diplomarbeit abgegeben und fürs Erste befreit vom Stress. So entschloss ich mich zum runterkommen nach Italien zu fahren und einfach mal abschalten....den Kopf frei kriegen, gutes Essen geniessen und mich nur aufs Fotografieren konzentrieren.
Zusammen bin ich dann also am Donnerstagabend (23.Oktober) mit einem Freund (Stalder Fabian) nach Italien aufgebrochen um diverse Spots abzugrasen und einfach mal La Dolce Vita zu geniessen.
2 Monate zuvor begann ich mir Gedanken darüber zu machen, wo wir denn hinreisen könnten. Island? Im Oktober? Ohne geeignete Ausrüstung wäre es Selbstmord Ende Oktober in Island zu campieren. Zudem geht da in 3 Tagen nichts. Norwegen? Für drei Tage? Ebenfalls zu kurz. Es musste also eine Alternative her. Nach längerem  Überlegen fiel mir ein, dass ich schon im Sommer auf der Rückfahrt von der Toskana, die Cinque Terre mitnehmen wollte, doch es passte damals leider nicht. Das ist es! 3 Tage Ligurien!! Billig, nah und leicht zu erreichen!! Also ab ans planen. So hab ich Infos über Infos eingeholt, Google Earth nach Spots durchforstet und etliche Bilder im Web angeschaut. Immer und immer wieder neue Routen aufgestellt... die Spots neu auf die Tage verteilt, bis am Ende unser Masterplan stand : Manarola - Tellaro - Vernazza - Portovenere - Bonassola - Camogli

Wir beide sind total hibbelig. Es ist kurz nach 19 Uhr am Donnerstabend und nun gehts auf Richtung Ligurien. Unser erstes Ziel heisst Manarola. Dieses kleine Dörfchen ist Teil der Cinque Terre und gehört dem UNESCO-Weltkulturerbe an.
Nach rund 5 Stunden Autofahrt kommen wir endlich an.  Ich habe gelesen, dass hier die Stunde parken 2.50 € kosten soll, doch es sind keine Schranken zu sehen... nun gut, dann muss sicherlich morgends irgendwo ein Ticket gelöst werden. Für die Nächte hatten wir geplant im Auto zu nächtigen und so haben wir  uns einen geeigneten Platz gesucht, alles eingerichtet, den Wecker für 5:45Uhr gestellt und trotz anhaltendem Adrenalinrausch versucht zu schlafen....möööööp... Fehlanzeige. Ihr kennt das Gefühl... man will schlafen, doch der Kopf feiert Party... vergiss es...du schläfst heute nicht. Von rechts nach links gedreht.... kurz vor dem Einschlafen, da fährt ein Auto vorbei und du bist wieder hell wach... So vergehen die wenigen Stunden, bis der Wecker klingelt. Hundemüde, alles tut weh. Zusammengerechnet vieleicht maximal 2.5 Stunden Schlaf. Egal, los gehts!! Ich mache die Tür auf und bin erst einmal erstaunt wie extrem der Sternenhimmel zu sehen ist. Hätte ich nicht gedacht. Ein Redbull weggekippt und zum aufwachen schön Electro aufgedreht! Mit einem geilen Beat lässt es sich doch schon viel besser aufstehen!

Nach einem kurzen Fussmarsch kommen wir am Hafen von Manarola an und begeben uns direkt zum Spot. Erst einmal die Umgebung aufsaugen und auf dich einwirken lassen. Idylle pur. Es ist absolut traumhaft! Kein bisschen zuviel versprochen! Alles aufgebaut und mit einigen Testshots auf das Glühen am Horizont gewartet. "Leider" war dieser Morgen wolkenlos und ein Sonnenaufgang mit Drama am Himmel aussichtslos. Egal, nimm mit was du kriegen kannst! ...Und kurz darauf war das erste Poster auf die Karte gebannt....

 

 

Es wurde doch relativ schnell hell und ich wollte noch einige Details mitnehmen. S0 lief ich zurück zum Hafen und suchte mir noch einen weitere Spot aus, um Manarola dann mit einem "Check" abzuhak

 

Die kitschige Postkarte darf natürlich auch nicht fehlen, wenn die Farben und die Möwen schon so gut mitspielen ^^

 

 

Nach einem extrem leckeren Cappuccino und einigen süssen Leckereien im Magen, machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto. Beim Praktplatz angekommen, stellen wir fest, dass provisorische Schranken mit Absperrband erstellt wurden, welche bei unserem Aufbruch noch nicht da waren. Also ab zur Kasse. Nachdem Fabian der netten Dame erklärt hat, dass wir erst um Mitternacht angekommen sind und jetzt schon wieder weiterziehen, lächelt diese und winkt uns freundlich durch, ohne einen Cent von uns zu verlangen. Wir nehmen natürlich dankend an und lassen Manarola hinter uns. Auf gehts also zur nächsten Location, auf die ich mich schon so lange freue....

Tellaro... Dieses Dörfchen ist unglaublich schön! Italienisches Flair pur! Es gibt so viel zu entdecken und vorallem richtig viele schöne Spots, die unmöglich alle an einem Abend mitgenommen werden können. Nach einer ersten Erkundungstour lassen wir uns bei einem kleinen Restaurant müde in die Sessel fallen. Wir stärkten uns mit etwas Warmen und sichten die Bilder vom Vormittag, quatschen und geniessen die Wärme.
Gegen 16:30Uhr machen wir uns langsam wieder auf den Weg runter ans Wasser, um noch einmal die Spots abzuchecken, doch langsam mache ich mir ein bisschen Sorgen bezüglich der vielen Menschen... ist ja auch klar, Temperaturen weit über 20°C, Freitagnachmittag, das Wochenende steht vor der Tür...ist wohl nicht der beste Zeitpunkt um hier menschenlos fotografieren zu wollen. Es bleibt ja noch Zeit.... also Mukke auf die Ohren, Ärmel hochgekrempel und schön in der Sonne bei rund 25°C brutzeln... und das Ende Oktober!! DER WAHNSINN!
Die Sonne steht knapp 2 Finger breit über dem Horizont, das heisst es dauert noch rund 30 Minuten bis der Sonnenuntergang losgeht. Haaaa!! war die Serie "Ausgesetzt in der Wildnis" mit dem Überlebenskünstler Bear Grylls doch nicht so sinnlos :-D Also Geraffel zusammenpacken und ab an den ersten Spot. Alles aufstellen, Perspektive checken, während das Licht langsam rockig wird und dann heisst es noch abwarten. 
Die Show beginnt! Ich will die ersten Shots machen aaaaber...MENSCHEN... überall MENSCHEN in meinem Bild!! Zu all dem Grauss bleibt dann noch ein älteres Paar genau vor meiner Linse stehen! Sie bücken sich über das Geländer und wollen den Sonnenuntergang kucken... natürlich....gibt ja sonst keinen Platz wo man das kann und der Fotograf auf dem 1.5 m breiten Weg mit aufgebautem Stativ und auf dem Bodenliegenden Riesenrucksack ist eeecht kaum sichtbar.... Also höflich gefragt, ob es möglich sei, dass sie mir bitte aus dem Bild gehen könnten, wenns denn möglich sei. "Siiiii ....si.... nessun problema! Scusa. " und als ob ich es mit einem Megafon in die Welt gebrüllt hätte, verschwinden praktisch alle anderen Zweibeiner Ôô... ausser natürlich Omi und Opi welche sich in die falsche Richtung bewegen und mir geradewegs weiter ins Bild reinlaufen -.- und das mit einem Tempo, dass einem beim Zuschauen fast das Gesicht einschläft (nur fürs Protokoll: so wie die sich zuvor den Weg hochgeschländert hatten, wären die auf jeden Fall fit für einen schnelleren Gang gewesen). Weiter unten - ich glaube sie denken, dass sie weit genug entfernt sind - lehnen sie sich wieder gemütlich ans Geländer. Naja egal, muss man halt als Fotograf mit leben wa? Und ist ja auch nicht so schlimm. So entschliesse ich mich langsam aber sicher loszulegen.

 

 

Ich checke das Display ... yaap! Also ab zum nächsten Spot.
... und so vergehen die Minuten, die Sonne versinkt im Meer und das Licht wird langsam kühler. Also gut, es ist Zeit mich für mein gewünschtes Poster vorzubereiten. Runter zum Wasser alles schön ausgerichtet und abgedrückt...  GEIL!!

 

 

Und hier noch eine Querformat-Version von dem Spot, einfach ohne Spiegelung. Ich wollte diese schön weichen Farben einfach noch in einem anderen Shot festhalten. Eine wahre Traumlocation und ich bin mir sicher, ich komme irgendwann wieder mit meiner Familie zurück an diesen Ort!

 

 

Ich versuche noch einige Zeit fast erzwungenermassen etwas rauszuholen, doch am Ende wird alles nichts...Aus irgend einem Grund hat es mir die Helligkeit vom Display nach dem letzten Spot verstellt und ich Idiot habe mich genau an diesem Abend nicht mehr aufs Histogramm geachtet, sondern mich nur noch auf's angezeigte Bild verlassen... Anfängerfehler...aber gaaaanz übel! So wurden natürlich alle Bilder vieeel zu dunkel und ich konnte kaum mehr etwas Brauchbares rausholen. Shit Happens!

... das Adrenalin sprudelt immer noch....Ich bin total geflashed von dieser Location! Die Show ist zu Ende und wir stehen mit offenem Mund da...wow! Hier muss ich wieder hin. Wie muss das sein, wenn noch dazu richtig Drama im Himmel steckt??? GEIL!

Nach einer feinen Pizza machen wir uns auf nach Vernazza um dort die Nacht wieder im Auto zu verbringen, damit wir morgens auch direkt Vorort starten können. Vernazza ist übrigens ein weiteres Dörfchen der Cinque Terre und nicht weniger idyllisch als Manarola! 
Auf dem Parkplatz angekommen sehen wir wieder keine Schranken und denken uns, dass wir es gleich handeln wie am Vormittag in Manarola. So parken wir das Auto richtig für unser Nachtlager und legen uns hin.
Was für ein erster Tag!! Vollgepackt mit bombastischen Impressionen und Erinnerungen...es kommt mir vor als wären wir schon eine halbe Woche hier und das war erst Tag 1 von 3! WOW! Ein fettes Grinsen schleicht sich in mein Gesicht! Ich lasse den Tag noch einmal Revue passieren und schlafe derweilen totmüde ein!

Es ist kurz vor 6 Uhr... der Wecker klingelt. Auf geht's!!!! Haaaalt... so lustvoll und übermotiviert war es dann doch nicht. Wir stehen auf und sind echt am Überlegen, ob wir den doch relativ weiten Weg runter nach Vernazza in Angriff nehmen wollen, denn es geht steil runter und wir sind noch ziemlich müde. Der Haken, hier müssen wir auch wieder alles rauf ... Komm, egal, wir sind für den Spot hergekommen und ich würde mir in den Arsch beissen, wenn ich dadurch einen Shot verpassen würde, was sich auch bewahrheitet hätte wie wir später sehen werden.... Also Rucksack auf den Buckel und los geht's. Nach ca 20 Minuten kommen wir im Dörfchen an und laufen zum Wasser. Ich weis von Bildern, dass es eine Möglichkeit gibt, Vernazza von oben herab zu fotografieren doch wir finden den Weg nicht und laufen zuerst komplett falsch, bis es nicht mehr weiter geht...Ich schaue die Klippe hoch ..".Fabi... wir müssen irgendwie da oben hin verdammt, hier ist Schluss!" Also zurück und einen Weg gesucht. Kurz darauf finden wir einen Wanderweg welcher uns dann auch endlich zum Spot führt. Nassgeschwitzt vom Stress kommen wir oben an und richten uns ein. Kurze Zeit später stösst ein weiterer Fotograf (Mirco Gugg) zu uns, dem ich geschrieben hatte, dass wir an dem Morgen in Vernazza sind! (Er hatte gelesen, dass wir nach Ligurien fahren und fragte für ein spontanes Treffen an, da er zur selben Zeit auch unterwegs sei.) Wir unterhalten uns und fangen an etwas Vernünftiges aus dem Spot rauszuholen. 

 

 

Wir warten eine Weile und die Wolken kriegen langsam Farbe, doch der Sonnenaufgang zündet irgendwie nicht richtig. Da wir zumindest einen guten Shot im Kasten haben, entschliessen wir uns dazu, dass ein Cappuccino und wiederum etwas Süsses die bessere Entscheidung ist, als hier noch auf etwas zu warten das eh nicht kommen wird. Und so machen wir uns auf zurück ins Dorf. Wir geniessen die frische Morgenluft und überall aus den kleinen Gässchen schleicht sich der Duft von frischgebackenem Brot in unsere Nasen! Herrlich!!
Nach dieser Stärkung machen wir 3 uns wieder auf den Weg hoch zum Parkplatz. Durch die Unterhaltung kommen wir schneller und leichter den Berg wieder hoch, als ich erst dachte. Wir beschlossen, das Mirco uns doch noch bis am Abend begleiten wird! 
Nach der letzten Kurve erspähe ich ein italienisches Männlein in einer leuchtgelben Weste und sehe, wie es gerade das Kennzeichen unseres Autos notiert und den Zettel unter den Scheibenwischer klemmt... Hat der uns jetzt echt gerade eine Busse ausgestellt? Wir natürlich bissl zackiger hoch zu dem Herrn und gefragt was denn los sei. Nach einem kleinen Missverständnis erfahren wir, dass er nur der Parkwächter ist und er einen Zettel geschrieben hat, ab wann der Wagen da steht, um am Ende die Zeit abzurechnen und somit die Parkgebühr zu kassieren :-D Da der Parkmeister sieht, dass wir aber gleich wieder wegfahren wollen, ist auch dieser Park umsonst! Sehr nett! Vielen Dank dafür!

 

 

Nach dem morgendlichen frisch machen, geht's auf Richtung Portovenere. Mirco fährt vor und wir hämmern ihm die Strassen hinterher. Alles Küstenstrecke! Geil! Fetten Sound aufgedreht, Sonnenbrille aufsetzen und einfach die dahinziehende Landschaft geniessen...was'n Traum!! 

In Portovenere angelangt beschäftigen wir uns erst einmal mit der Parkplatzsuche... Hier als kleiner Tipp am Rande. Wer an einem Wochenende mit dem Auto nach Portovenere fährt, sollte möglichst früh da sein. Wir kamen zwischen halb 11 und 11 Uhr an und hatten gerade noch Glück einen Parkplatz, ca 15 Gehminuten vom Dorf entfernt, zu ergattern.
Nach einem feinen Mittagessen steht nun Spotscouting an. Da Mirco am Vorabend bereits hier war, fällt alles etwas leichter. Wir suchen also nach geeigneten Spots und so vergeht die Zeit...
Irgendwann entdecke ich einen Spot unten am Wasser... Ich glaube das funktioniert! Geduldig beobachte ich die Wellen, ihren Fluss und wie sie an den Stein hämmern... ihr Rhythmus wiederholt sich ca. alle zwei Minuten und ich beobachte das Spiel mindestens 15-20 Minuten lang. Also gehe ich runter, setzte mich auf die einzige trockene Stelle des Steins die von dem Spritzwasser verschont bleibt und baue alles auf. Geduldig warte ich auf den richtigen Moment als plötzlich Murphy zuschlägt...!! Ich schaue noch durch den Sucher als eine ungewöhnlich grosse Welle anrauscht, gegen den Stein donner, welcher natürlich den ganzen Schwall Wasser genau in meine Richtung lenkt...*klick*...

 

 

.... ich klitschnass... vor mir tropfen über 2500.- fröhlich vor sind hin...mein Herz bleibt einen  Augenblick lang stehen und mein Atem setzt kurzfristig aus.... ich schaue stillschweigend zu Fabian und Mirco die das soeben miterleben durften (Mirco meinte im Nachhinein "...das war ein recht panischer Blick " ). Cam direkt ausgeschaltet und Batterien raus. Ich höre eine Stimme in meinem Kopf "Die Cam ist Spritzwassergeschützt! Dit passt! Mach dir keine Sorgen" AAALTER das war kein Spritzwasser...das war SCHWALLWASSER! Nach sorgfältigem Ausblasen und Abtrocken sämtlicher Komponenten schalte ich die Cam wieder ein...und sie funktioniert noch einwandfrei. Gute Arbeit Canon!! ^^
Kurz darauf verabschiedet sich Mirco, denn er will Vernazza noch im Abendlich mitnehmen. Hier nochmal ein danke an Dich für den coolen Tag! *ThumpsUp*
Fabian und ich machen uns derweilen auf, hoch zur Ruine, von wo aus wir die "Chiesa di San Pietro" ablichten wollen. Den Sonnenuntergang da oben zu geniessen war einfach traumhaft!! Die Sonne knallt dir ihre Wärme ein letztes mal  für diesen Tag ins Gesicht! Möwen gleiten ruhig durch die Luft... Ein leichter, warmer Wind weht... tief einatmen, die Meeresluft geniessen und gleichzeitig schicke Musik hören...Da krieg ich Gänsehaut, währenddem ich diesen Reisebericht schreibe!!

 

 

Die Sonne steht unterhalb des Horizonts und das Licht wird schön weich. Wir beschliessen, noch einen Versuch unten am Wasser zu starten. So machen wir uns schleunigst auf den Weg runter um die Schönen Farben einzufangen...Und der Flow geht weiter!!! Hell yeah!

 

 

 

Das Spektakel ist zu Ende und wir versuchen noch einige Nightshots, doch so richtig wollen diese Bilder nicht gefallen. Irgendwann gestehen wir uns selber ein, dass es einfach nur noch erzwungen ist, hier einen Shot rauszuholen und so beschliessen wir, diesen für uns doch sehr geilen Tag hier in Portovenere abzuschliessen. 
Nach einem feinen Abendessen... na was gab's?? KLAR ...PIZZA!! Machen wir uns auf zu einem mir empfohlenen Spot, der evtl für einen Nightshot passen könnte. Es ist unklar ob er funktionieren wird, doch einen Versuch ist er es wert...eine kleine Kapelle auf  den Klippen Bonassolas!
Nach über einer Stunde Autofahrt kommen wir endlich bei der Kapelle an. Dieser Ort wirkt an diesem Abend sehr speziell auf mich... ja man könnte sagen, irgendwie magisch. Wir waren nun 3Tage und ettliche Kilometer unterwegs und morgen gehts ab nach Hause. Eine kleine Kapelle als Abschluss unserer Reise? Ich finde, es passt wunderbar! Einen Shot als Dank für das bisher heile Gelingen unserer Tour... 

 

 

Die Bilder sind im Kasten und wir richten uns für die letzte Nacht ein. Gerade als wir uns hinlegen wollen, kommt ein Auto herangefahren und parkt ca 4 Meter vor uns.  Zwei Personen steigen aus... ein grosser Mann, er holt etwas Langes hinten aus dem Auto heraus und einen Reisekoffer.... EINEN REISEKOFFER Ôô?? Hier, wo sonst nichts anderes ist als eine Kapelle auf den Klippen?? ... Die andere Person - klein und wahrscheinlich eine Frau - eilt um das Auto herum, Kaputze über den Kopf gezogen, packt den Koffer und beide eilen neben unserem Wagen vobei und verschwinden in der Kapelle... Wir schauen uns gegenseitig an und irgendwie kommt uns das ganze ziemlich suspekt vor. Was wollen die hier und was um himmelswillen ist in dem Koffer?? Zudem ist es kurz vor 24 Uhr?!? Die Frau - wir glauben es war eine Frau- kommt zum Auto zurückgestürmt und holt noch etwas heraus, um kurz darauf wieder in der Kapelle zu verschwinden. Mal ehrlich, so ganz wohl war uns bei der Situation nicht wirklich. Hier gibt es doch nichts?! Was wollen die? Für rituelle Sexspiele ist es hier 1. viel zu kalt und 2. viel zu windig... und 3. in einer Kape...nenene!  Nach einer Weile des Lauschens sehen wir, wie zeitweise die Klippen von einer Taschenlampe kurzzeitig angeleuchtet werden. Die sind jetzt unten am Wasser oder was? Ich gehe raus, schaue übers Geländer doch erkennen kann ich nichts und zu hören ist ebenfalls nichts. Bei der Kapelle nachzuschauen, da hatte ich keine Lust drauf. Die Aktion war mir dafür nicht ganz geheuer. Ok...wir entschliessen uns,  all das mit einem Kopfschütteln zu akzeptieren und legen uns schlafen, denn morgen solls auf der Heimreise noch schnell nach Camogli gehen und wir müssen früh auf.

5:45 Uhr....der Wecker klingelt. Augen auf und direkt hoch um zu schauen ob das Auto immer noch da ist... und das ist es. Ok, beide aufgestanden, alles zusamengepackt und dann ab zur Kapelle... nichts zu sehen...häää....gibts denn irgendwo einen Weg runter ans Wasser? Wir schauen über die kleine Kapellenmauer und siehe da, die zwei Menschen liegen da in Schlafsäcken an die Mauer gekauert auf der Klippe und neben ihnen liegen zwei ANGELRUTEN!!! Die waren anscheinend gestern noch nachtfischen, denn das haben wir die Tage oft gesehen und die Ruten hatten ganz vorne am Spitz so kleine Leuchtdinger montiert!! Wir müssen beide schmunzeln, drehen uns um und machen uns dann aus dem Staub Richtung Camogli! Wir sind schon spät dran....

Kurz vor Camogli fängt der Himmel an zu glühen...richtig zu glühen... und wir sitzen immer noch im Auto und es gibt keinen schicken Spot. Zu allem Ärger führt uns das Navi dann noch falsch und wir landen in Recco. Egal, wenn, dann muss es hier etwas geben. Auto am Hafen geparkt, Rucksack auf die Schultern und ich renne auf gut Glück runter zum Hafen. Umgeschaut, Leuchtturm erspäht....ab auf die Steine!! Alles aufgebaut, ausgerichtet und abgedrückt... 30 sec später schaue ich aufs Display...  'Didi....das wars! Schicker letzter Shot! Lass zusammenpacken und dann geht's ab nach Hause!'. Leider Habe ich das schönste Licht an diesem Morgen verpasst, doch für diese Aktion und den letzten Shot unserer Tour, bin ich absolut zufrieden, also auf gehts.

 

 

Keine 20 Minuten später sitzen wir wieder im Auto... hundemüde.... und geben die letzte Station unserer Tour ins Navi ein... unsere Heimat!

Nach 3 Tagen, insgesamt 16h 14min und über 1030 Km Autofahrt, kommen wir wieder heil zu Hause an.... Es kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit! WAR DAS GIGANTISCH!! 
Mit diesen Erinnerungen geht eine weitere Fotoreise zu Ende und wer weis, wo und wann es uns wieder hinzieht!

 

 

...ich schmeisse alles in den Keller... bin zu faul um jetzt noch alles aufzuräumen, schliesse die Tür auf... WELCOME HOME!

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